Unterschiede von Pigmenttinte und Dye-Tinte

Unterschiede von Pigmenttinte und Dye-Tinte

Im Internet finden sich diverse Tutorials, wie man z.B. Epson Drucker von Dye-Tinte auf Pigment-Tinte umbauen kann. Doch eins vorweg, dass muss nicht immer sein und kann für die Druckköpfe sogar gefährlich enden! Vor solchen Entscheidungen sollte man ohnehin erstmal die unterschiedlichen Eigenschaften der Tinten genauer betrachten. Wenn jemand meint er benötigt Pigment-Tinte, dann häufig deswegen, weil er davon ausgeht, dass man damit deutlich günstiger drucken kann (gerade als Refill-Lösung). Oder wegen der UV-beständigeren und wasser- bzw. wischfesten Ausdrucke. Doch halten diese Überlegungen auch den aktuellen Gegebenheiten stand?  

Pigmenttinte versus DyetintePigmenttinte versus Dyetinte
Pigmenttinte versus Dyetinte

Erstmals möchte ich grundsätzlich darauf eingehen, was man unter den beiden verschiedenen Tintenarten versteht und welche Vor- und Nachteile man ihnen nachsagt. Dies erfolgt hier allerdings sehr pauschalisiert. In Wirklichkeit sind die Grenzen fließender, bzw. wurde an den Nachteilen bereits erfolgreich gearbeitet.

Dye-Tinte versus Pigmenttinte:

Dye-Tinte:

Hier ist der wasserlösliche Farbstoff in der Tintenflüssigkeit gelöst. Die Farbpixel lassen sich gleichmäßig aufragen und der Wasseranteil verflüchtigt sich. Das Ergebnis ist eine kräftige Farbe, die gut reflektiert, aber auch wasserlöslich ist und somit bei Feuchtigkeit verschmiert. Die Lichtbeständigkeit ist auch nicht besonders hoch. Dafür haben Dye-Moleküle sehr geringe Größe und somit können Konturen, gerade beim Fotodruck, besser wiedergegeben werden.

Vorteile der Dye-Tinte:
…Fotodruck auf Hochglanzpapier wirkt besser
…größerer Farbraum, satte Farben, tieferes schwarz
…genaueres, lebendigeres Druckbild
…Bilder können oftmals mit prof. Fotodrucken mithalten
…keinen Bronzing Effekt
…reinigt den Drucker deutlich besser!
…auch fĂĽr längere Standzeiten geeignet

Nachteile der Dye-Tinte:
…geringere Haltbarkeit und Lichtbeständigkeit
…aber immer noch so um die 20 Jahre
…nicht so schmierfest

Pigmenttinte

Die Farbpigmente lösen sich hier nicht im Wasser und sind mit 50…150 Nanometer wesentlich größer als Dye-MolekĂĽle. Diese verschmieren kaum, auch wenn sie mit Wasser in BerĂĽhrung kommen und sind wesentlich haltbarer. Allerdings werden die Farben diffus reflektiert.

Vorteile der Pigmenttinte:
…haben gute Haltbarkeit und sind wasserfest
…etwas schärferes Druckbild bei kleinem Textausdruck

Nachteile der Pigmenttinte:
…Pigment-Tinten sind normalerweise teurer
…größere Farbpigmente fĂĽr undeutlicheren Ausdruck
…sollte wenn möglich vor Verwendung geschĂĽttelt werden
…Farben erscheinen blasser und farbärmer
…Bronzing Effekt (dunklere Flächen heben sich ab)

Fazit:

Ob Dye oder Pigment-Tinte ist in erster Linie mal eine Frage der Anwendung. Möchte man keinen Bronzing-Effekt sehen, sollte man z.B. zu Dye-Tinte greifen. Will man sattes schwarz, sollte man ebenso Dye Tinte bevorzugen. Wer keine Hochglanzbilder mag, kann zu Pigment-Tinte greifen! Ebenso wenn man eine sehr lange Haltbarkeit von vielen Jahrzehnten benötigt. Wobei sich das relativiert, wenn man z.B. bedenkt, dass selbst ein gutes Photopapier im Licht / in der Sonne schnell vergilbt. Was nützt also die haltbare Pigment-Tinte, auf dem vergilbten Papier?

Auch die Hersteller setzen auf die verschiedenen Tintenarten. Epson bietet mit der Claria-Reihe hauptsächlich eine Dye-Tinte an, dagegen sind die Canon Lucia-Tinten Pigmenttinten.

Im Tinten-Bereich wird viel geforscht und es gibt verschiedene Ansätze, um die Vorteile der entsprechenden Tinten zu nutzen. Hier wären u.a. halbpigmentierte Tinten zu nennen, die aus einer Mischung beider Arten bestehen oder der parallele Einsatz beider Tinten in einem Drucker. So setzt Canon z.B. Pigmenttinte im Textschwarz ein und die Dye-Tinte für den Fotodruck.

Haltbarkeit der Tinte

Die Haltbarkeit der Tinten hängt vor allem mit der Beschaffenheit zusammen. Dye-Tinten über dem Mindest-Haltbarkeitsdatum lösen die Farbteilchen evtl. schneller aus der Trägerflüssigkeit. Gefährlicher ist es bei pigmentierter Tinte, die bei längerer Lagerung verklumpen kann.

Original oder Refilltinte?

Hat man sich nun für die passende Tintenart entschieden, so bleibt die Frage, ob man die kostenintensive aber auch erprobte Originaltinte nutzen möchte, oder eine günstige und dennoch qualitativ hochwertige Alternative findet.

Wir haben uns fĂĽr unseren Epson 1500W fĂĽr den zweiteren Weg entschieden. In einem weiteren Artikel werden wir eine Tinte vorstellen, die der original Claria Tinte das Wasser reichen kann, aber eben fĂĽr einen Bruchteil des Preises!

Weitere Infos…

…wer noch mehr ĂĽber den professionellen Fotodruck mit Tintenstrahldruckern erfahren möchte, dem kann ich das Buch „Fine Art Printing fĂĽr Fotografen “ empfehlen:

Erstellt von Lena

Hi, ich bin Lena und Blogge hier seit 2010 neben meinem Job über Themen, die gerade so anstehen, wie z.B. Versicherungen, Fotobücher, Wordpress, Lernspiele für Kinder, Musik uvm.! Dieser Blog ist entstanden, da wir sowohl privat als auch beruflich mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert sind und wir ohnehin dazu Recherchen machen. Da lag es nah, unsere Ergebnisse auch euch zur Verfügung zu stellen. Außerdem dient der Blog dazu, Fehler und Probleme, die bei uns im Zusammenhang mit Software und Technik aufgetreten sind, zu besprechen und euch eine passende Lösung dieser Probleme an die Hand zu geben.

2 Replies to “Unterschiede von Pigmenttinte und Dye-Tinte”

  1. hallo Lena,

    zunächst möchte ich vorausschicken, dass diese Zeilen m.W. meine 1. Leserzuschrift ist. Das allein dĂĽrfte bereits ein Kompliment sein; denn ich bin bereits Rentner – – und bekanntlich haben Rentner NIE Zeit, zumal es jeden Tag neue Dinge gibt, die wir Rentner unbedingt noch „vorher“ bzw. möglichst sofort erledigen mĂĽssten.

    Meine Hauptschwierigkeit ist, dass bei uns Senioren im Internet“ unser frĂĽheres Schulwissen längst nicht mehr ausreicht, um mit der techn. Weiterentwicklung im Internet Schritt halten zu können. Das schmerzt mich insbesondere deshalb, weil Physik frĂĽher mein Lieblingsfach war und ich nach 1945 als „Radiobastler“ aus den ehemaligen Funkgeräten der Wehrmacht sogar Radiogeräte gebaut habe.

    Doch trotz dieser techn. „Vorkenntnisse“ bereitet mir jetzt im Alter das Verstehen selbst von banalen Fragen immer wieder Schwierigkeiten, weil mir viele Zusammenhänge u. HintergrĂĽnde nicht bekannt sind. So suchte ich bereits seit einiger Zeit eine „wasserfeste Tinte“, weil die von mir angebrachten Klingelschilder an unserer HaustĂĽr (trotz der hierfĂĽr verwendeten Spezialtinte) nicht wasserfest waren.

    Dank Ihres Kommentars zu diesem Thema habe ich meinen Wissensstand jetzt zumindest ein wenig aufrüsten können, so dass ich mich mit diesem Schreiben bei Ihnen bedanken möchte.

    Da ich auf Ihren Bericht rein zufällig gestoßen bin – und ich auch nicht wüsste, WO ich derartige Berichte sonst noch suchen (bzw. finden) würde, würde ich meinen heutigen Kontakt gerne nutzen, um ein Abo für derartige Untersuchungen anzumelden.

    Darf ich dieses Schreiben gleichzeitig zum Anlass nahmen, um Sie in Hinblick auf Ihre AnkĂĽndigung etwas zu fragen?
    Denn ich stehe kurz davor, mir einen neuen Tintenstrahldrucker zu kaufen.

    Bis vor kurzem hatte ich einen „Workforce Pro“, der so ziemlich mit allen Schikanen ausgestattet war (und der knapp unter 300 € gekostet hatte). Insofern hatte ich seinerzeit geglaubt, mit diesem Gerät einige Jahre arbeiten zu können. Doch bereits wenige Wochen nach Ablauf der Garantie war ein Zahnrad im Inneren derartig verschlissen, dass der Weitertransport der Din-A4-Blätter beim Drucken nicht mehr möglich war.

    Da man durch Schaden bekanntlich klug wird, kaufte ich mir daraufhin einen Canon Pixma-Billigdrucker für rd. 50 €.
    Auch wenn die Ausstattung rel. bescheiden ist, war ich mit dem Druckergebnis durchaus zufrieden. Diese Zufriedenheit ist mittlerweile jedoch sehr schnell wieder verflogen, nachdem ich innerhalb von 6 Wochen 2 x neue Tintenpatronen (für knapp 100,- €) nachkaufen musste.

    Bei meinen anschließenden Recherchen im WEB habe ich zu diesem Thema mehrfach Hinweise gefunden, dass Drucker mit Tintentanks deutlich kostengünstiger wären. Und da wir Rentner notgedrungen überall sparen müssten, so versuche ich gerade, diese Sparte zu überprüfen. – Hätten Sie hierzu evtl. einen Tipp?

    Ihrem Hinweis im WEB habe ich zwar entnommen, dass Sie z.Zt. auch an einem Bericht ĂĽber Multifunktionslaserdrucker arbeiten.
    Leider ist mir mit diesem Bericht nicht gedient, weil meine Frau + Tochter an einer Feinstauballergie leiden, so dass ich Produkte dieser Kategorie gar nicht erst in die engere Wahl nehmen kann.

    Aber vielleicht kennen Sie ja einen Kollegen, der diese Thematik bereits untersucht hat. so dass Sie mir einen kurzen Hinweis geben könnten?

    FĂĽr Ihre MĂĽhe bedanke ich mich bereits voraus
    und verbleibe

    Mit freundlichen GrĂĽĂźen

    M. WĂĽrfel

    1. Hallo,

      vielen Dank für ihre sehr nette und auch ausführliche Nachricht! Da ich in den letzten Wochen leider viel zu tun hatte, habe ich diese erst jetzt gesehen und darum schreibe ich ihnen mit Verspätung.

      Eigentlich habe ich vom Workforce Pro auch sehr viel Gutes gehört, ob es sich dabei bei dem Defekt – so kurz nach der Garantie – um einen Zufall handelt oder nicht, kann ich nicht sagen.

      Ich kann ihnen noch folgende Drucker empfehlen: Den HP ENVY 4525 und auch den Canon Pixma ip7250, fĂĽr den Canon gibt es auch sehr gute und preiswerte Ersatztinte.

      Wäre schön, wenn sie kurz berichten können, welchen Drucker sie gekauft und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

      Viele GrĂĽĂźe, Lena

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