Marktbericht 06/2011

Marktbericht 06/2011

Aktuelle Lage

Die US-Notenbank (FED) kauft weiterhin die eigenen Staatsanleihen/Bonds (Quantitative Easing, QE = Gelddrucken) und die niedrigen Zinsen überfluten den Markt mit Geld. In den USA läuft das QE2 noch bis Ende Juli.

Hinter der Geldmenge stecken enorme Schulden die eigentlich keine Zinserhöhungen zur Inflationsminderung mehr zulassen. Das Risiko eines schwachen Wirtschaftswachstum ist aufgrund hoher Rohstoffpreise (incl. steigender Benzinpreise) sehr hoch. Diese wirken aber deflationär und rechtfertigen derzeit noch die lockere Geldpolitik. Dennoch ist die Lage prikär! Wenn sich Demokraten und Republikaner nicht auf eine Heraufsetzung der Schuldenobergrenze einigen, wären die USA noch im August Zahlungsunfähig.

Eigentlich sollte die 1913 gegründete nichts-staatliche (also private) US-Notebenbank (FED) für eine stabile Wirtschaft (also möglichst ohne Rezessionen oder Deflation bei rel. konstantem Wirtschaftswachstum) sorgen, was ihr bis heute nachweislich nicht gelungen ist!

Auch die US Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), so wie auch Fitch und Moody's befindet sich in privater Hand! Angesichts der meist nicht nachvollziehbaren Bewertungen, gerade auch der Europäischen Staaten im vgl. zur USA, sollte Europa besser eigene und vor allem unabhängige Ratingagenturen einrichten! Natürlich nicht vor dem Hintergrund “freundlicher” Bewertungen, sondern als Gegenpol zu den privaten US-Agenturen. Damit diese sich auch finanzieren können, müssten europäische Firmen sich dann auch an diese wenden. Dann könnte sich Griechenland das notwendige Kapital zu vernünftigen Konditionen leihen (also auch ohne Rettungspaket)!

Der Anlagenotstand führt zu weiter steigenden Kursen. Die Ratingagenturen Standard & Poors und Moodys haben angekündigt im Falle keiner Einigung bei den Haushaltsgesprächen zwischen Demokraten und Republikaner das AAA-Rating zu überdenken! Angesichts anstehender Präsidentschaftswahlen droht vermutlich aber noch keine Abstufung der Bonität. Ab 2013 ist dies allerdings durchaus denkbar, da dann die Verschuldung bezogen auf das BIP bei über 80% angelangt ist. Dies hängt natürlich von der Entwicklung der Wirtschaft ab.

Noch sind die Gewinnmargen der Unternehmen gesund und die Margen dürften bis 2012 weiter steigen. Damit sollte sich eigentlich auch die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt erholen. Auch der Immobilienmarkt (S&P Case-Shiller Home Price Index) kommt noch nicht auf die Beine.

Der Aktienmarkt ist noch nicht überteuert, dennoch sollten durch einen kurzfristigen Einbruch die Gewinn- und Konjunkturprogrnosen erstmal reduziert werden, damit es wieder weiter aufwärt geht.

Auch Europa verschuldet sich weiter

Angesichts der Zinsdifferenz zur USA – in Europa wurde bereits der erste Zinsanstieg durchgeführt – wird solange die Zinsen in Europa höher liegen auch das Kapital dorthin fließen und der Dollar damit weiter schwach bleiben. Zudem möchte China seine 3 Billionen Dollar an Währungsreserven auf 1 Billionen Dollar reduzieren. In USA ist damit vmtl. frühestens ab 2012 mit einem Zinsanstieg zu rechnen.

Griechenland muss für Staatsanleihen mit 2-Jahren Laufzeit aktuell über 25% Zinsen bezahlen. Dies haben in erster Linie die Ratingagenturen erreicht. Doch keine Volkswirtschaft kann solche Zinslasten stämmen!
Sie möchten nun die Zahlungen an die EU und den IWF hinausschieben oder die Zinsen reduzieren. Nachdem dann noch eigene Reserven durch Privatisierung aufgebraucht wären, gäbe es nur noch die Möglichkeit einer Umschuldung (auch unter Beteiligung der Privatinvestoren) mit teilweisem Schuldenerlass.

Banken und Versicherer haben inzwischen 2/3 ihrer griechischen Anleihen an die Europäische Zentralbank verkauft. Damit wird bei der Umschuldung der Steuerzahler für die Schulden aufkommen müssen! Gewinne privatisieren & Risiken sozialisieren, so lautet das Motto!

Allerdings besteht die Sorge, dass es im Fall einer Umschuldung zu einem Kollaps des Finanzsystems kommen könnte, der dann auch andere Länder oder gar die gesamte Eurozone erfassen würde. Auch ohne Anhänger irgendeiner Partei zu sein, muss ich Kohl recht geben, wenn er sagt – der Euro-Stabilitätspakt wurde unter Schröder/Fischer aufgeweicht! Und Griechenland hätte ohne entsprechenden Strukturwandel nicht erst aufgenommen werden dürfen!

Deutschland hat hohe Leistungsbilanzüberschüsse weil viele ihr Geld in den PIIGS investiert, was zu dem kreditfinanzierten Boom erst führte!
Die EZB wird vermutlich auch Zukünftig weniger auf Stabilität bedacht sein, denn der Nachfolger Jean-Claude Trichet's soll Mario Draghi werden.

FAZIT

Auch Japan ist inzwischen bei einem Staatsdefizit von über 220 Prozent des BIP angelangt.  Zeitgleich läuft die Wirtschaft in China (fast keine Staatsverschuldung) aufgrund der riesigen Nachfrage sehr gut. Davon profitieren auch wir in Europa und die USA.

Gelingt es den USA doch noch, die Konjunktur durch die massive Geldpolitische Unterstützung anzukurbeln, wäre eine starke Korrektur bei den Rohstoffen (incl. der Edelmetalle) denkbar. Auch der Dollar würde dann aufwerten.

Zudem kaufen derzeit viele Vorstände Aktien des eigenen Unternehmens (Telekom, SAP, Heidelberger Cement, K+S, Deutsche Post). Dies lässt positives erwarten!

Die Finanzexperten malen derzeit ein schwarzes Bild! Auch dies sollte eher zu konträrem Verhalten, also entgegen der Marktmeinung, anregen!

Ich gehe bislang davon aus, das der Bullenmarkt weiter geht! Dabei sollte man allerdings sehr wählerisch sein und das Depot dynamisch Managen. Buy and Hold wäre die Falsche Lösung. Man sollte sich angesichts der unsicheren Zustände aber im klaren sein, dass der Markt durchaus um 20 bis 30% korrigieren kann. Bis Herbst besteht dieses Risiko.

LINKS

Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Statistics, Wikipedia
-Forbes ListWorld's Billionaires“, darunter auch die Person hinter “Fitch”

Erstellt von Andi

Ich bin Andi, lebe im Süden Deutschlands (Bayern) und seit ich mein Elektrotechnik-Studium abgeschlossen habe, veröffentliche ich neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit praktische Erfahrungen, die ich vor allem mit Technik so mache. Da es heute Technik im Überfluss gibt, ist es umso wichtiger, sich nur das zu kaufen was wirklich taugt und Wert hat. Deshalb möchte ich euch hier immer wieder die besten Produkte verschiedenster Bereiche vorstellen. Über euer Feedback, sowie Verbesserungsvorschläge und Wünsche würde ich mich wirklich sehr freuen.

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