Die besten Speicherkarten für den Raspberry Pi

Die besten Speicherkarten für den Raspberry Pi

Der Raspberry Pi hat einen Micro-SD Kartenslot auf der Unterseite der Platine! In diesem Artikel möchte ich euch zeigen, welches die besten Micro-SD-Cards für den Raspberry sind! Habt ihr, wie in diesem Artikel beschrieben ein Starter Kit erworben, so ist oftmals bereits eine brauchbare SD-Karte dort enthalten.

Im ersten Schritt sollte man sich mal überlegen, welche Size / Größe man überhaupt braucht!!! Viele Tester erzählen euch hier was von 16GB Karten (oder noch größer), dabei sind diese gar nicht unbedingt notwendig, da selbst für NOOBS (incl. mehrerer vorgeladener Betriebssysteme) eine 8 GB Karte ausreichend ist. Für fertige Einzel-Images wie z.B. Raspian, Arch-Linux, Retropie, OpenElec oder LibreElec würden sogar noch deutlich kleinere Karten ausreichen!!! Ich habe auf meiner alten 16GB Karte gerade den Bootloader Berryboot und die Betriebssysteme Raspbian, LibreElec und Retropie installiert und immer noch 11GB für Anwendungen usw. Platz!

Die beste Speicherkarte für den Raspberry Pi
Die beste Speicherkarte für den Raspberry Pi

 

Probleme beim Kopieren gleich großer MicroSD-Karten

Das mit dem “Win32DiskImager” erzeugte Image ist ein 1:1 Systemabbild, d.h. das hier Sektor für Sektor kopiert wird. Daraus ergibt sich – neben dem hohen Speicherbedarf bei einer Sicherung – ein weiteres Problem. Manche Hersteller stellen ihre “16GB Karten” mit 16x1000MB und andere mit 16x1024MB her.
Somit kann es sein, dass z.B. ein “16GB”-Image nicht auf die neue “16GB” Micro-SD-Karte passt!!!!! Das Zurückspielen auf die selbe Micro SD Card ist aber kein Problem!
Nachdem ihr nun selbst eine entsprechende Kartengröße wählen könnt und auch wisst, dass auch kleine Karten völlig ausreichend sind – hier nun eine kurze Beschreibung, wie ihr am besten und auch platzsparend eure Sicherung erstellen könnt.

Backup / Sicherung des Image

Sicherung komprimieren mit 7-Zip

Der Vorteil kleinerer Karten liegt darin, dass Images bzw. Sicherungen (die ich grundsätzlich immer empfehle) dann z.B. nicht 16GB sondern eben nur 8 GB Platz auf dem PC belegen! Klar, man könnte das auf der Computerfestplatte mit “Win32DiskImager” erzeugte Image auch anschließend mit 7-Zip packen , so würden z.B. aus 16 GB belegter HDD nur noch etwa 1,9 GB.

Das ändert allerdings nichts daran, das ihr diese gepackte Zip-Datei vor dem Wiederaufspielen bzw. Zurückspielen erst wieder entpacken und dadurch ebenso den Speicherplatz benötigt bzw. freihalten müsst. Zudem braucht 7-Zip selbst auf schnellen Rechnern ca. 15 Minuten zum Packen und ebenso zum Entpacken!!!

Nur “richtige Daten” sichern mit Hilfe von Linux

Alternativ könnte man aber die große Karte mit Linux-Befehlen auf dem Raspberry – quasi künstlich – verkleinern, so dass wirklich nur die beschriebenen Stellen und nicht pauschal die komplette Karte gesichert wird!!! Hat man selbst keinen Linux PC, ist dies über ein virtuelles System (z.B. mit VirtualBox) möglich. Dieser Weg ist bei größeren Karten die 1.Wahl und funktioniert wie hier nun beschieben

Bei einem LiveBackup bitte das System vor der Sicherung mit read-only mounten, damit es nicht zu Problemen kommt (/etc/fstab bearbeiten und “ro” hinzufügen). Nach dem Reboot ist das System als Read-Only gemounted. Man darf nach der Sicherung nicht vergessen, das “ro” auch wieder zu entfernen!

Um die schnellere Schreibgeschwindigkeit bei der Erstellung der Sicherung zu nutzen, wählen wir unseren Datenträger als ext3/ext4 formatiert.

Mit folgendem Befehl wird die 2.Partition der SD-Karte in das Sicherungsverzeichnis eingehängt und anschließend eine Datei “zero.file” erstellt. Dieses File belegt den verfügbaren Speicherplatz mit Nullen und wird anschließend gleich wieder gelöscht. Nun erstellt man von dieser “verkleinerten” Datei ein gezipptes Image:
sudo mount /dev/mmcblk0p2 /mnt && sudo dd if=/dev/zero | pv | sudo dd of=/mnt/zero.file; sudo rm -f /mnt/zero.file && sudo umount /mnt && sudo dd if=/dev/mmcblk0 | pv | gzip > image.dump.gz

Wiederherstellen kann man das Image dann mit folgendem Befehl:
gzip -dc image.dump.gz | pv | sudo dd of=/dev/mmcblk0
Alternativ lassen sich auch die unbeschriebenen Speicherplätze durch Programme wie z.B. btrfs, fsarchiver oder partimage  bei der Sicherung entfernen!

Nun kommen wir zu der Auswahl, welche Speicherkarten ich für euren Raspberry Pi empfehlen kann.

Die besten Speicherkarten für den Raspberry Pi

Die Auswahl der Speicherkarte ist von großer Bedeutung, da eine langsame Karte das gesamte System ausbremst!! Also eine Class 10 (UHS-1) Karte sollte es schon sein. Allerdings braucht man nicht Unmengen in eine High-End Karte investieren, da der Raspberry selbst nur serielle Schreib- und Lesegeschwindigkeiten um die 20 MBytes/s erreichen kann (ohne übertakten).

Auch sollte man auf die Schreib- UND die Lesegeschwindigkeit beachten. Manchen Karten bieten traumhafte Schreibgeschwindigkeiten, aber beim Lesen sind sie total langsam. Zudem – und das ist eigentlich der wichtigste Punkt – sollte die Karte zuverlässig und langlebig sein!!

Hier eine Auswahl der besten MicroSD-Karten für den Raspberry, bei denen auch das Preis-Leistungsverhältnis past:

SanDisk Ultra Android

SanDisk Ultra Android microSD 8 GB, ab 5,99 EUR
SanDisk Ultra Android microSD 16 GB, ab 7,99 EUR
…bei “4k read” 8.3 MB/s und bei “4k write” 3.1MB/s, sequentielles Schreiben und lesen geht natürlich viel schneller!!!

SanDisk Extreme

SanDisk Extreme 8 GB, ab 10,99 EUR
SanDisk Extreme 16 GB, ab 12,99 EUR
…im Unterschied zu anderen Speicherkarten schreibt und liest diese Karte mit bis zu 8MB/s , während Billigkarten mit nur etwa 5.5MB/s lesen. Diese hier ist auch bei “4k RND Write” doppelt so schnell wie andere!

SanDisk Ultra

SanDisk Ultra 8 GB, ab 6,99 EUR
SanDisk Ultra 16 GB, ab 8,54 EUR
…bei “4k read” 6.2MB/s und bei “4k write” 2.2MB/s!!!

Samsung PRO

Samsung PRO 32 GB, ab 17,99 EUR
…auch eine gute Karte, allerdings beim “4k RND Write” nur noch halb so schnell wie die auf Platz 1!

…die EVO Karten gehören zu den günstigen SD-Cards, die aber für einfache Anwendungen dennoch ausreichend sind und in erster Linie den Geldbeutel schonen. Eine Alternative für anspruchslose Aufgaben! Aber auch Kodi läuft damit einwandfrei.

Samsung EVO PLUS

Samsung EVO Plus 16GB, ab 8,29 EUR
…bei “4k read” 6MB/s und bei “4k write” 6MB/s!!!

Schreib- und Lesegeschwindigkeit selbst testen

Die Angaben der Lese- und Schreibgeschwindigkeit weichen stark von den Werten ab, die man im realen Einsatz dann auch erzielt. Dies gilt für den PC und auch für den Raspberry und ist bei allen Karten so! Gerade wenn man auf eine Karte ständig kleinere Datenpakete liest und schreibt, so ist dies um ein x-faches kleiner als die Herstellerangaben es sagen.

Wie ihr die konkreten Zahlen ermitteln könnt, möchte ich euch mit unserer SanDisk Ultra microSDHC Class10 UHS-I Karte kurz zeigen:

Lesegeschwindikeit messen mit hdparm:

hdparm installieren:

sudo apt-get install hdparm

Lesegeschwindigkeit messen:
sudo hdparm -t /dev/mmcblk0

Mein Messergebnis:
Timing buffered disk reads: 62 MB in 3.09 seconds = 20.08 MB/sec
…ist ja schonmal ganz zufriedenstellend.

Schreib- und Lesegeschwindigkeit mit dd:

Schreibgeschwindigkeit ermitteln
…sync um den Cash zuvor zu entleeren
sync; dd if=/dev/zero of=~/test.tmp bs=500K count=1024

Mein Messergebnis:
524288000 Bytes (524 MB) kopiert, 47.3204 s, 11.1 MB/s
…mit diesem Ergebnis erhält die Karte zwar keinen Rang auf dem Treppchen, ist aber durchaus im oberen Mittelfeld und durch den günstigen Kaufpreis eine echte Alternative

Lesegeschwindigkeit = Bitgenaues Kopieren des geschriebenen Files
dd if=~/test.tmp of=/dev/null bs=500K count=1024

Mein Messergebnis:
524288000 Bytes (524 MB) kopiert, 25.4986 s, 20.6 MB/s
…prima, ähnlich dem Ergebnis der Messung mit hdparm!

Erstelltes Testfile löschen:
rm ~/test.tmp
…wir wollen ja keinen Müll zurücklassen 😉

4k-rand read / 4k rand write mit iozone

Zu guter Letzt noch die Messung des 4K Random read/write mit dem Benchmarktool iozone. Dazu muss man erst iozone erstmal herunterladen und installieren. Die aktuellste Version bitte auf der Webseite nachschauen und die Nummer entsprechend abändern:

wget http://www.iozone.org/src/current/iozone3_465.tar
cat iozone3_465.tar | tar -x
cd iozone3_465/src/current
make linux-arm
sudo ln -s /home/pi/iozone3_465/src/current/iozone /usr/local/bin/iozone
Nun erfolgreicher Installation könnt ihr den Test wie folgt ausführen:
iozone -e -I -a -s 100M -r 4k -i 0 -i 1 -i 2

Auch dieses Ergebnis war bei mir zufriedenstellend, so dass ich ganz zufrieden mit der Karte bin.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Über Kommentare und Anregungen würde ich mich natürlich freuen!

In diesem weiteren Artikel möchte ich euch BerryBoot vorstellen, dies ist ein Bootloader der es auf einfache Weise ermöglicht, mehrere Betriebssysteme parallel auf einer SD-Karte zu installieren.

Erstellt von Lena

Hi, ich bin Lena und Blogge hier seit 2010 neben meinem Job über Themen, die gerade so anstehen, wie z.B. Versicherungen, Fotobücher, Wordpress, Lernspiele für Kinder, Musik uvm.! Dieser Blog ist entstanden, da wir sowohl privat als auch beruflich mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert sind und wir ohnehin dazu Recherchen machen. Da lag es nah, unsere Ergebnisse auch euch zur Verfügung zu stellen. Außerdem dient der Blog dazu, Fehler und Probleme, die bei uns im Zusammenhang mit Software und Technik aufgetreten sind, zu besprechen und euch eine passende Lösung dieser Probleme an die Hand zu geben.

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